Richtig Bewerben

Dein Bewerbungsschreiben ist Deine Visitenkarte und muss einerseits den "Regeln" entsprechen, sollte andererseits aber auch eine persönliche Note zum Ausdruck bringen. Nachfolgend werden wir Dir wichtige Tipps und Hinweise für das Erstellen einer vollständigen Bewerbung geben. Sieh diese Dinge als Richtlinien für einen erfolgreichen ersten Schritt ins Berufsleben.

 Was gehört zu einer vollständigen schriftlichen Bewerbung?

  1. Dein persönliches Bewerbungsschreiben
  2. Dein tabellarischer Lebenslauf
  3. Ein professionelles Passfoto
  4. Die Zeugniskopien (letztes Schuljahr und ggf. letztes Habjahreszeugnis)
  5. Praktikumszeugnisse und sonstige Nachweise
  6. alle weiteren in der Stellenanzeige ausdrücklich verlangten Unterlagen. 

 Was sollte im Anschreiben stehen?

Das Anschreiben sollte realistisch und selbstbewusst sein. Du solltest unbedingt darauf eingehen, was Dir über die Stelle - z. B. aus der Ausschreibung in der Zeitung - bekannt ist:

  1. Was ist für Dich daran interessant und verlockend?
  2. Wieso willst Du ausgerechnet diesen Beruf erlernen?
  3. Welche beruflichen Ziele hast Du?
  4. Welche Qualifikation hast Du für diese Lehrstelle (evtl. Nachweise vorlegen)?
  5. Wann wird Deine Schulausbildung beendet sein (wann kannst die Stelle antreten)?

Am Schluss des Anschreibens solltest Du um eine Gelegenheit bitten, Dich persönlich vorstellen zu dürfen. Vorteilhaft sind immer Angaben über besondere Aktivitäten, z. B. im Sportverein, in der Jugendarbeit oder der Kirchengemeinde. Ehrenämter zeigen, dass die Bewerberin bzw. der Bewerber bereit ist, sich zu engagieren. 

 Wie sollte das Anschreiben aufgebaut sein?

Auf das Anschreiben gehört Dein Name, Anschrift, Telefonnummer, Datum und E-Mail-Adresse. Achte auf die vollständige richtige Anschrift des Betriebes oder der Schule, bei der Du dich bewirbst, evtl. Name und Bezeichnung des Ansprechpartners oder der zuständigen Abteilung. Nenne in der Bezugszeile als Erstes den Grund Deines Schreibens: "Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als ...". Gebe die korrekte Berufsbezeichnung an und bewerbe Dich in einem Schreiben immer nur für eine Berufsausbildung. Schildere nach der Grußformel noch einmal, um welche Ausbildungsstelle Du dich bewirbst und wie oder wo Du davon erfahren hast. Dann möchte der Ausbildungsbetrieb natürlich auch wissen, welche Schule Du besuchst und wann Du deinen Schulabschluss erreichen wirst. Begründe jetzt, warum Du Dich für eine Ausbildung in diesem Beruf und in diesem Betrieb interessierst. Versuche Dich dabei von Standardformulierungen zu lösen und eigene Worte zu finden, ohne flapsig zu wirken. Wiederhole Dich möglichst nicht. Wenn Du Angaben in Deinem Lebenslauf tätigst, brauchst Du sie nicht im Anschreiben wiederholen. Muster für Bewerbungsschreiben solltest Du keinesfalls nur abschreiben, sondern eine persönliche Note einbringen. Verabschiede Dich am Ende Deines Schreibens mit einem Gruß und Deiner Unterschrift in dunkelblau. Keine Krakel, Verzierungen oder Unterstreichungen!

Nachfolgend siehst Du ein Beispiel für den formellen Aufbau eines Bewerbungsschreibens:

 

 Hinweise zur Briefgestaltung

Deine Bewerbung soll optisch einen guten Eindruck machen. Daher bietet es sich an, auf eine gewisse Form zu achten.

  • Als Schriftart bieten sich Arial oder Times New Roman an. Verzichte besser auf ausgefallene Schriftarten.
  • Es ist gut, wenn Dein Anschreiben auf eine DIN A4 Seite passt. Der Schriftgrad sollte dennoch mindestens die Größe 10 haben.
  • Eine Silbentrennung ist erwünscht. Viele heutige Textbearbeitungsprogramme können diese bereits automatisch durchführen.  Verzichte hingegen besser auf die Formatierung im Blocksatz.
  • Deine Unterschrift muss per Hand geschrieben sein.
  • Das Datum muss mit dem Datum auf dem Lebenslauf übereinstimmen.

 Was sollte im Lebenslauf stehen und wie sollte dieser aufgebaut sein?

Im Bewerbungsschreiben hattest Du die Möglichkeit, gezielt die Daten aus Deinem schulischen Werdegang hervorzuheben, die Deine Eignung für die angestrebte Ausbildung unterstreicht. Im Lebenslauf ist dagegen eine lückenlose, vollständige Darstellung erforderlich. Für die äußere Form gilt wie für den Bewerbungsbrief: Benutze weißes Papier im Format DIN A4 und lasse links und rechts einen Rand von jeweils 2,5 Zentimeter. In den Lebenslauf gehören Angaben zu folgenden Bereichen:

  1. Persönliche Daten
  2. Schulbildung
  3. Praktika
  4. Weitere Informationen (Sprach- und Computerkenntnisse, Hobbys, besondere Erfahrungen)

Vergiss nicht am Ende den Lebenslauf mit Datum zu versehen und mit Vor- und Zunamen zu unterschreiben. Sofern du Dein Passfoto nicht bereits auf einem Deckblatt platziert hast, gehört dieses auf den Lebenslauf.

In welcher Form sollen Zeugnisse beigelegt werden?

Stationen Deines schulischen Werdegangs, die im Lebenslauf aufgeführt sind, sollten möglichst auch durch die beigefügten Zeugnisse belegt werden. Lege Deiner Bewerbung nie Originale der Zeugnisse, sondern nur Kopien bei. Wer sich während seiner Schulzeit für eine Ausbildungsstelle bewirbt und damit über sein Abschlusszeugnis noch nicht verfügt, legt eine Kopie seines letzten Schulzeugnisses bei, sofern es vom Unternehmen nicht anders gewünscht wird.

 Was sollte beim Passfoto beachtet werden?

Das Lichtbild vermittelt dem Ausbilder oder Personalchef die erste anschauliche Vorstellung vom Bewerber. Nimm nur Bilder von guter Qualität, auf denen Du möglichst vorteilhaft getroffen bist. Nimm auf keinen Fall Automatenfotos, da diese meistens wenig ansprechend wirken. Gehe lieber zum Fotografen, der auch genau weiß, worauf es ankommt. Das Passfoto wird dann entweder auf ein von Dir gestaltetes Deckblatt oder am besten rechts oben auf den Lebenslauf geklebt. Schreibe zuvor auf die Rückseite des Fotos mit Bleistift Deinen Vor- und Zunamen. Es passiert nämlich ab und zu, dass sich das Foto vom Papier lösen kann. In solchen Fällen erleichtert die Beschriftung dem Unternehmen festzustellen, zu welcher Bewerbung das Foto gehört.

 Welche Funktion hat ein Deckblatt?

Das Deckblatt liefert dem Empfänger Deiner Bewerbungsunterlagen erste wichtige Informationen zu Deiner Bewerbung. Er kann – ohne lange in den Unterlagen blättern zu müssen – sofort erkennen, für welche Stelle Du Dich bewirbst. Zusätzlich erleichtert es ihm das Wiederfinden und Zuordnen Deiner Bewerbung. Das Lichtbild verstärkt bereits an dieser Stelle diesen positiven Eindruck Deiner Bewerbungsunterlagen und Deiner Person, denn bereits jetzt ist Deine Mappe optisch nicht mehr „anonym". Als ergänzende Information enthält das Deckblatt Angaben zu Deiner Adresse und zu den Anlagen, die Du der Bewerbung beigefügt hast. Ein Deckblatt ist für eine vollständige Bewerbung jedoch kein Muss. Selbstverständlich kannst Du auch ohne Deckblatt arbeiten. In diesem Fall erscheint Dein Passfoto dann wie gewohnt auf dem Lebenslauf.

 

 Ab geht die Post!

Bevor Du Deine Bewerbung verschickst, solltest Du in jedem Fall noch einmal alles kontrollieren, denn Du hast nur eine Chance das Unternehmen von Dir zu überzeugen. Da wäre es wenig vorteilhaft, wenn es an der äußeren Form scheitern sollte. Überprüfe deshalb Deine Unterlagen noch einmal anhand folgender Checkliste, denn sicher ist sicher.

  • Hast Du alle Unterlagen beisammen? (Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf, Lichtbild, gute Kopien Deiner Zeugnisse)
  • Lies Dein Anschreiben und Lebenslauf genau durch: Ist Dir vielleicht trotz aller Sorgfältigkeit ein Rechtschreib- oder Grammatikfehler unterlaufen?
  • Sind Absender und Anschrift des Empfängers richtig und vollständig?
  • Hast Du Anschreiben und Lebenslauf mit Datum und Unterschrift versehen?
  • Sind tatsächlich alle Anlagen, die im Schreiben angekündigt wurden beigefügt?
  • Sehen alle Unterlagen ordentlich aus? (ohne Flecken oder Eselsohren)
  • Ist der Briefumschlag mit ausreichend Porto versehen?

Nach dem Versand der Unterlagen beginnt für Dich das Warten. Warte ungefähr vier Wochen, bevor Du nachfragst, falls Du bis dann keine Benachrichtigung über den Eingang Deiner Bewerbungsunterlagen erhalten hast.

 Vorstellungsgespräch in Sicht?

Die folgenden Fragen gelten als „Klassiker“ in einem Vorstellungsgespräch und werden gern vom Personalchef an den Bewerber gestellt. Auf diese kannst Du Dich im Vorfeld bestens vorbereiten, indem Du Dich über Deine Interessen und Qualifikationen klar wirst. Somit umgehst Du von vornherein die Gefahr vor Ort ins Stocken zu geraten.

  • Warum haben Sie sich gerade für unsere Firma als Ausbildungsunternehmen entschieden?
  • Welche Erwartungen haben Sie an die Ausbildung und an das Unternehmen?
  • Erzählen Sie etwas über sich – Ihren bisherigen Werdegang.
  • Wo liegen Ihre Stärken?
  • Wo liegen Ihre Schwächen?
  • Warum sind Sie der/die Richtige für den Ausbildungsplatz?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Wie sind Sie mit Ihren Lehrern und Mitschülern ausgekommen?
  • Welche Fächer haben Ihnen besonders gut bzw. schlecht gelegen? Und warum?
  • Sind Sie mit Ihrem Zeugnis zufrieden bzw. in welchen Fächern wären Sie gern besser gewesen?
  • Sagen Sie mir drei Gründe, warum wir Sie nehmen sollten?
  • Wie würden Sie sich als Mensch beschreiben?
  • Wie gehen Sie mit Kritik, Misserfolg und Stress um?

Der Fragenkatalog erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da jedes Vorstellungsgespräch einen individuellen Verlauf nehmen wird. Daher sind die aufgeführten Fragen als Leitlinie anzusehen.

Anschauliche Tipps für Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräch sowie ein Beispiel für einen Einstellungstest findest Du auch in unserem Downloadbereich - zusammengestellt von der IKK-Nord.

Wir drücken Dir die Daumen, dass Du möglichst schnell eine positive Antwort bekommst und somit voller Elan Deine beruflichen Werdegang antreten kannst!

Weitere hilfreiche Tipps für Deine Bewerbung findest Du in zahlreichen Büchern zum Thema „Wie bewerbe ich mich richtig“ sowie im Internet.

Als Beispiel können wir die Seite www.jobmixer.com empfehlen. Hier findest Du zahlreiche Tipps und Vorlagen für die Bewerbungsphase. So zum Beispiel den "Bewerbungsknigge", den Du Dir unter folgendem Link herunterladen kannst: www.jobmixer.com/kurzknigge

Profi-Tipps rund um die Bewerbung findest Du auch auf folgenden Seiten: www.personal-wissen.de/bewerbungstipps-vom-personalprofi/ und unter www.unternehmen-fuehren.de/bewerbung/.